22.02.2024 19:00
Eine Blume ohne Wurzeln – Lesung von Nada Chekh, Autorin, mit musikalischer Begleitung und moderiertem Gespräch

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Beschreibung

Krankheitsbedingt leider abgesagt! Wir sind um einen Ersatztermin bemüht. 

Die Geschichte einer Rebellion zwischen allen Stühlen

Nada Chekh wuchs als Tochter einer Ägypterin und eines Palästinensers im Wiener Gemeindebau auf. Zwischen den moralischen Vorstellungen und Werten ihrer Eltern, „ihrer Community“ und unter den kritischen Blicken jener, zu denen sie gehören will, zu denen sie eigentlich auch gehört. Aber Zugehörigkeit ist so viel mehr als nur ein Wort. Und schwer zu finden, wenn man in mehreren Welten aufwächst. Und dann sind da noch die eigenen Wünsche und die Bedürfnisse, das Leben selbst zu gestalten. Denn schon früh beginnt in ihr der Wunsch nach Selbstbestimmung und die Wut darauf, nach den unnachgiebigen Normen anderer leben zu müssen. Nada Chekh erzählt von der Kluft, die sich zwischen Menschen öffnet, wenn Ansprüche nicht übereinstimmen. Von der Distanz zu jenen, die sie verstehen sollten, es aber nicht können. Vom Schmerz, der entsteht und nach einem Ventil sucht. Und sie erzählt von Beobachtung und Überwachung, davon, wie es sich anfühlt, stets unverschuldet eine Rechtfertigung für das eigene Handeln parat haben zu müssen.

Eine Geschichte, die weit über das Persönliche hinausgeht

Diese Geschichte beginnt in Österreich, aber eigentlich schon viel früher: nämlich im Konflikt und mit dem Trauma jener, die in 1. Generation Kinder in einem Land großziehen, das strukturell für andere errichtet wurde. Der Vater aus Palästina, die Mutter aus Ägypten. Beide haben die inhärente Ablehnung, die von der weißen Mehrheitsgesellschaft ausgehen kann, erfahren. Die Autorin fragt nach: Was prallt da eigentlich aufeinander? Ideen, Überzeugungen, Kulturen – oder auch Ängste und Erfahrungen? Wie viel hat das alles mit dem Patriarchat zu tun? Mit geschlechterspezifischer Doppelmoral und stereotypen Vorurteilen, die auf allen Seiten immer noch vorherrschen? Wie können Liebe und Fürsorge füreinander – für sich selbst – mit Regeln und Grenzen koexistieren?

Wenn der Wurm Zähne bekommt

Mit viel Einfühlungsvermögen und Humor reflektiert sie über das Erwachsenwerden in verschiedenen Kulturen. In eindringlichen Anekdoten lässt uns Nada ganz nah an sich heran, nimmt uns mit in das Daheim ihrer Kindheit und Jugend. Nimmt uns an der Hand und zeigt uns, wie Selbstermächtigung aussehen kann. Sie schreibt über das Aufstehen im Religionsunterricht, über die Komplikationen, die für eine junge Frau wie sie bei Dates oder Student*innen-Parties lauern. Sie erzählt von der selbstverständlichen Bewertung von Mädchen und Frauen, vom Risiko, eigene Entscheidungen zu treffen, und vom Risiko, es nicht zu tun. Es geht aber auch um das Zusammenfinden, immer und immer wieder, das aufeinander Zugehen, Stück für Stück. Denn manchmal ist es gerade der Abstand, der zu einer neuen Nähe – und zu sich selbst – führen kann.

Jelena Popržan gestaltet den musikalischen Rahmen des Abends

Jelena Popržan ist eine in Wien lebende Bratschistin, Sängerin, Komponistin und Performerin. Geboren 1981 in Novi Sad, Viola-Studium in Belgrad, Masterabschluss an der KUG/Oberschützen/Graz. 2008 gründet sie eigene Ensembles wie Catch-Pop String-Strong (u. a. Austrian World Music Award 2011), Sormeh und Madame Baheux (Austrian World Music Award 2014). Derzeit ist sie mit ihrem Soloprogramm, dem Jelena Popržan Quartett und der Band Madame Baheux unterwegs.

Konzertreisen quer durch Europa, nach Peru, Mexiko, Kanada, Usbekistan, in die USA, die Türkei, alle Länder Ex-Jugoslawiens und alle Provinzen Österreichs. Musikalisches Œuvre: Klassik, World, Jazz, politisches Lied, Musikkabarett, Folk, Rock, Neue Musik, Stimmexperiment. Weiters musikalische und literarische Kooperationen mit Richard Schuberth, Thomas Gansch, Otto Lechner, Alegre Corrêa, Mathias Rüegg, Paul Gulda, Krzysztof Dobrek u. v. a.

Theatermusikkomponistin und Schauspielerin, u. a. beim Ensemble „make make“ mit Regisseurin Sara Ostertag: „Warum das Kind in der Polenta kocht“ (2014 Stella Preis für die herausragende Theatermusik), „Muttersprache Mameloschn“ 2018 (Nestroy-Preis für die beste Off-Produktion) „Die Sprache des Wassers“ (2019 Stella Preis für die herausragende Theatermusik) und „Das große Heft“ (2019 nominiert für den Nestroy-Preis)

 

Zusätzliche Information

Ticket

Junge Menschen bis 20 Jahre, Regulär, SC Community